Bullische Kerzenformationen signalisieren potenzielle Aufwärtsumkehrungen oder Fortsetzungen eines Aufwärtstrends. Sie entstehen nach einem Abwärtstrend und benötigen Bestätigung durch die folgende Kerze.
1. Bullische Kerzenformationen
2. Bärische Kerzenformationen
Bärische Formationen signalisieren potenzielle Abwärtsumkehrungen nach einem Aufwärtstrend. Immer mit dem übergeordneten Trend und anderen Indikatoren kombinieren.
3. Neutrale Kerzenformationen
Neutrale Formationen signalisieren Unentschlossenheit. Sie können Umkehrmuster ODER Fortsetzungssignale sein — der Kontext (Trend, Volumen, nachfolgende Kerzen) ist entscheidend.
💡 Wichtig: Kein einzelnes Kerzenmuster ist zuverlässig genug allein. Die isolierte Trefferquote eines Hammers, Bullish Engulfing oder Doji liegt in den meisten Backtests kaum über 50 %. Erst die Kombination mit Trendrichtung, einem getesteten Support-/Resistance-Level und einer Volumen-Bestätigung hebt die Wahrscheinlichkeit auf 60–70 %. Zwei Beispiele zeigen, warum das so ist:
Im Daily-Chart der SAP-Aktie erscheint ein Bullish Engulfing direkt am 200er-SMA (~135 €), nach einem 4-tägigen Pullback im intakten Aufwärtstrend. Volumen am Engulfing-Tag liegt bei rund 180 % des 20-Tages-Durchschnitts. Trend ✓, Level ✓, Volumen ✓ — historische Trefferquote für dieses Setup-Cluster: ca. 65–70 %. Stop unter dem Engulfing-Tief, Ziel am vorherigen Hoch.
Identisches Bullish Engulfing, aber mitten in einem klaren Abwärtstrend des S&P 500 (50er-, 150er- und 200er-SMA fallen), an keinem signifikanten Level, Volumen liegt unter dem 20-Tages-Durchschnitt. Trend ✗, Level ✗, Volumen ✗ — die Trefferquote sinkt nahe Zufall (~50 %). Solche Trades fangen im wahrsten Sinne fallende Messer und produzieren systematisch Verluste.
Merksatz: Das Kerzenmuster ist das Trigger-Signal, nicht der Trade. Erst wenn drei voneinander unabhängige Faktoren in dieselbe Richtung zeigen, hast du ein echtes Edge.