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📐 Indikatoren

Moving Averages, MACD, RSI, Bollinger Bands, Stochastic, ATR

1. Gleitende Durchschnitte (Moving Averages)

Gleitende Durchschnitte (MAs) glätten Kursdaten und helfen, den Trend zu erkennen. Sie sind nachlaufende Indikatoren — sie bestätigen Trends, antizipieren sie nicht.

Preis-Kerzen SMA 20 EMA 20
TypFormelEigenschaft
SMA (Simple)Arithmetischer Durchschnitt der letzten N KurseEinfach, reagiert langsamer
EMA (Exponential)Gewichtet neuere Kurse stärkerReaktionsschneller, weniger Lag
WMA (Weighted)Linear gewichtet, neueste = höchstes GewichtZwischen SMA und EMA

Golden Cross & Death Cross

Golden Cross: Kurzfristiger MA (z.B. SMA 50) kreuzt langfristigen MA (SMA 200) von unten nach oben → bullishes Langzeitsignal.
Death Cross: SMA 50 kreuzt SMA 200 von oben nach unten → bearishes Signal.
Achtung: MA-Crossovers sind nachlaufend und können in Seitwärtsmärkten viele Fehlsignale erzeugen.

💡 Populäre MA-Kombinationen: 9/21 EMA (kurzfristig) · 20/50 SMA (mittelfristig) · 50/200 SMA (langfristig/Golden Death Cross)

2. MACD (Moving Average Convergence Divergence)

MACD ist einer der beliebtesten Momentum-Indikatoren. Er zeigt die Beziehung zwischen zwei EMAs und hilft, Trendrichtung, Momentum und potenzielle Umkehrungen zu erkennen.

Preis-Kerzen MACD-Linie (EMA12−EMA26) Signal-Linie (EMA9 des MACD)
SignalBedeutung
MACD kreuzt Signal von unten📈 Bullishes Kaufsignal
MACD kreuzt Signal von oben📉 Bärisches Verkaufssignal
MACD über NulllinieBullishes Momentum dominiert
MACD unter NulllinieBärisches Momentum dominiert
Bullische DivergenzKurs macht tiefere Tiefs, MACD macht höhere Tiefs → Aufwärtsumkehr möglich
Bärische DivergenzKurs macht höhere Hochs, MACD macht tiefere Hochs → Abwärtsumkehr möglich

Standardeinstellungen: 12-26-9 (EMA 12, EMA 26, Signal EMA 9)

3. RSI (Relative Strength Index)

RSI misst die Stärke und Geschwindigkeit von Kursbewegungen auf einer Skala von 0–100. Er zeigt überkaufte und überverkaufte Marktbedingungen an.

RSI (14 Perioden)
RSI-LevelInterpretationVorsicht
> 70Überkauft — potenzielle UmkehrIn starken Trends kann RSI lange bei 70+ bleiben
50Neutrallinie — TrendrichtungRSI über 50 = bullischer Trend, unter 50 = bärisch
< 30Überverkauft — potenzielle UmkehrIn Abwärtstrends kann RSI lange bei 30− bleiben

RSI-Divergenz (wie beim MACD): Kurs und RSI bewegen sich entgegengesetzt → starkes Umkehrsignal.
Standardeinstellung: 14 Perioden.

💡 RSI allein reicht nicht — kombiniere immer mit Trend-Analyse und anderen Indikatoren. Überkauft in einem Aufwärtstrend ist kein automatisches Verkaufssignal.

4. Bollinger Bands

Bollinger Bands bestehen aus einem mittleren Band (SMA 20) und zwei äußeren Bändern im Abstand von 2 Standardabweichungen. Die Bänder weiten sich bei hoher Volatilität und verengen sich bei niedriger.

Preis-Kerzen Bollinger Bands (SMA20 ± 2σ)
SignalBedeutung
Bollinger SqueezeBänder sehr eng → geringe Volatilität → großer Ausbruch steht bevor
Kurs berührt oberes BandStark, aber nicht unbedingt Verkaufssignal im Aufwärtstrend
Kurs berührt unteres BandSchwach, aber nicht unbedingt Kaufsignal im Abwärtstrend
Kurs außerhalb Band + Kerze zurückStarkes Umkehrsignal (Band "Touch-and-Return")

%B Indikator: Zeigt wo der Kurs relativ zu den Bändern steht. %B > 1 = über oberem Band, %B < 0 = unter unterem Band.

5. Stochastic Oscillator

Der Stochastik-Oszillator vergleicht den Schlusskurs mit der Handelsspanne der letzten N Perioden (Standard: 14). Er zeigt überkaufte/überverkaufte Bedingungen ähnlich wie RSI, reagiert aber schneller.

%K (Fast) %D (Signal, SMA3 von %K)
BereichBedeutung
> 80Überkauft
< 20Überverkauft
%K kreuzt %D von unten (im überverkauften Bereich)📈 Kaufsignal
%K kreuzt %D von oben (im überkauften Bereich)📉 Verkaufssignal

Slow Stochastic: %K der Slow Stochastic = %D der Fast Stochastic — reduziert Fehlsignale in volatilen Märkten.

6. ATR (Average True Range)

ATR misst die durchschnittliche Handelsspanne der letzten N Perioden und ist ein reiner Volatilitätsindikator — keine Richtungsaussage. Hoher ATR = volatile Märkte, niedriger ATR = ruhige Märkte.

ATR (14 Perioden)

ATR für Stop-Loss Sizing

ATR ist ideal um Stop-Losses volatilitätsbasiert zu setzen statt willkürlicher Prozentwerte:

Stop-Loss = Einstieg − (ATR × Multiplikator)

Beispiel: Aktie bei $100, ATR = $2,50, Multiplikator 2×
→ Stop-Loss bei $100 − $5 = $95
→ Stop ist groß genug um normales "Rauschen" auszuhalten

Typische Multiplikatoren: 1,5× (enger), 2× (Standard), 3× (weit/für Swings).