Stell dir vor, du hast zehn offene Positionen gleichzeitig im Depot. Eine davon läuft seit Wochen gegen dich — aber du merkst es nicht, weil du nicht jeden Tag ins Journal schaust. Als du es endlich tust, hat der Verlust längst die Grenze überschritten, bei der du eigentlich ausgestiegen wärst. Genau für dieses Szenario sind Handlungsregeln da.
Handlungsregeln sind ein automatischer Wächter über deine offenen Trades. Statt täglich manuell zu prüfen, ob eine Position „aus dem Ruder läuft", legst du Schwellen einmal fest — die App meldet dir Handlungsbedarf, sobald eine davon erreicht ist. Du siehst auf einen Blick, welche Trades deiner Aufmerksamkeit bedürfen, und kannst dich um die anderen in Ruhe weiterkümmern.
Wichtig: Eine Handlungsregel handelt nicht selbst. Sie ist kein Robo-Trader, der automatisch Orders ausführt. Sie warnt dich und schlägt eine Aktion vor — aber die Entscheidung, ob du schließt, rollst oder einfach nur genauer hinschaust, triffst immer du. Das ist bewusst so gestaltet: Dein Urteil bleibt unersetzt.
Eine Handlungsregel ist ein WENN-DANN-Satz über einen offenen Trade.
„WENN der Verlust meiner Short-Put-Position 100 % der eingenommenen Prämie übersteigt, DANN ist das ein dringendes Signal, die Position zu schließen oder zu rollen."
Das klingt einfach — und das ist es auch. Die Kunst liegt darin, die richtigen Schwellen für dein persönliches Risikoprofil zu finden. Wenn du noch kein Gefühl für sinnvolle Kennzahlen und Prozentsätze hast, empfiehlt sich ein Blick in das Kap. — Die 1R-Regel: Dort lernst du, wie du dein maximales Risiko pro Trade (1R) bestimmst — eine Zahl, die du später direkt als Schwelle in deinen Handlungsregeln verwenden kannst.
2.
🧬 Anatomy of a Rule
Jede Handlungsregel besteht aus denselben Bausteinen — egal ob du eine einfache Verlust-Schwelle definierst oder eine komplexere Kombination aus mehreren Bedingungen. Das folgende Diagramm zeigt den Aufbau einer Regel in ihrer einfachsten Form:
WENNVerlust %≥100
↓
DANN🔴 dringend→empfohlen: schließen
Das Beispiel liest sich so: „Wenn der Verlust einer Position 100 % der eingenommenen Prämie erreicht oder übersteigt, dann ist das ein dringendes Signal — empfohlene Aktion: Position schließen." Jeder Baustein hat eine klare Rolle:
Kennzahl — was gemessen wird. sTraderZ.com bietet 17 Kennzahlen an: von Verlust % und unrealisiertem P&L über Tage bis Verfall (DTE) bis hin zu Strike-Distanz und Credit Capture. Die vollständige Liste findest du beim Anlegen einer neuen Regel.
Operator — die Vergleichsregel: ≥ (größer oder gleich), ≤ (kleiner oder gleich), = (exakt gleich) oder zwischen zwei Werten.
Wert — die Schwelle, bei deren Erreichen die Regel auslöst. Eine Zahl, die du bewusst und passend zu deiner Strategie wählst.
Schweregrad — wie dringend der Handlungsbedarf ist. Drei Stufen: Info (zur Kenntnis nehmen), Warnung (bald handeln), Dringend (jetzt handeln).
Empfohlene Aktion (optional) — ein Hinweis auf das, was du tun könntest: schließen, rollen, anpassen oder beobachten. Du bist nicht daran gebunden.
Geltung — auf welche Trades die Regel angewendet wird: alle Positionen, eine bestimmte Strategie, ein Asset-Typ oder ein einzelnes Underlying. Details dazu in einer der nächsten Sektionen.
Regeln können auch mehrere WENN-Bedingungen per UND-Verknüpfung kombinieren: „Verlust % ≥ 80 UND DTE ≤ 7" löst nur dann aus, wenn beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind. So lassen sich Szenarien präzise beschreiben, ohne bei jeder einzelnen Schwellenberührung benachrichtigt zu werden.
3.
📊 The 17 Metrics
Jede Handlungsregel misst genau eine Kennzahl pro Trade-Bein und vergleicht sie mit deiner Schwelle. sTraderZ.com stellt 17 Kennzahlen bereit, aufgeteilt in drei thematische Gruppen: Gewinn/Verlust, Zeit & Theta und Options-spezifische Größen. Du musst nicht alle nutzen — wähle die, die zu deiner Strategie passen.
Hinweis: Graceful Skip bei fehlenden Daten
Fehlen die Daten für eine Kennzahl — etwa die Restlaufzeit (DTE) bei einer Aktienposition oder der IV Rank bei einem nicht unterstützten Broker —, wird die Regel für diesen Trade stillschweigend übersprungen. Sie löst weder aus noch meldet sie einen Fehler. So kannst du Regeln mit Options-spezifischen Kennzahlen bedenkenlos auch in einem Depot mit gemischten Instrumenten anlegen: Aktien werden schlicht ignoriert.
Kennzahl
Bedeutung
Einheit
Sinnvoll für
Typischer Operator
Gewinn / Verlust
PROFIT_PCT
Gewinn in % — bei Short-Optionen: eingefangene Prämie relativ zur Maximalprämie
%
alle
≥
LOSS_PCT
Verlust als positive Prozentzahl — misst, wie weit der Trade gegen dich läuft
%
alle
≥
PROFIT_ABS
Realisierter oder unrealisierter Gewinn in Kontowährung
€
alle
≥
LOSS_ABS
Verlust in Kontowährung (als positiver Betrag)
€
alle
≥
PROFIT_PER_DAY
Theta-Effizienz: Gewinn % pro gehaltenem Tag — zeigt, ob ein Trade noch „arbeitet"
%/Tag
alle
≤ / ≥
Zeit & Theta
DTE
Days to Expiration — Tage bis zum Verfall der Option
Tage
Optionen
≤
DAYS_IN_TRADE
Tage seit Eröffnung der Position — Haltezeit
Tage
alle
≥ / ≤
TIME_ELAPSED_PCT
Anteil der verstrichenen Laufzeit in % — 0 % bei Eröffnung, 100 % bei Verfall
%
Optionen
≥ / ≤
CREDIT_CAPTURE_PCT
Eingefangene Prämie in % der ursprünglichen Maximalprämie (nur Short-Optionen)
%
Short-Optionen
≥ / ≤
Options-spezifisch
DELTA
Betrag des Positions-Deltas — misst die Richtungsabhängigkeit der Option
0–1
Optionen
≥
IV_RANK
Implied Volatility Rank — relative Höhe der impliziten Volatilität (0 = tief, 100 = hoch)
0–100
Optionen
≥
ITM_STATUS
Im Geld (1) oder aus dem Geld (0) — binärer Status der Option
binär
Optionen
=
STRIKE_DISTANCE_PCT
Abstand zwischen aktuellem Kurs und Strike in % — relativer Sicherheitsabstand
%
Optionen
≤
STRIKE_DISTANCE_ABS
Abstand zwischen aktuellem Kurs und Strike in Kurspunkten (absolut)
€
Optionen
≤
EX_DIV_DAYS
Tage bis zum nächsten Ex-Dividenden-Tag vor dem Verfall — nur Short Calls (Risiko vorzeitiger Ausübung)
Tage
Optionen
≤
STRIKE_DISTANCE_ATR
Abstand zwischen aktuellem Kurs und Strike in Tages-ATR — volatilitätsbereinigter Sicherheitsabstand
ATR
Optionen
≤
PRICE
Schlusskurs des Underlyings — ermöglicht kursbasierte Regeln für Aktien und ETFs
€
alle
≥ / ≤
Theta-Zerfallskurve: Zeit vs. eingefangene Prämie
Die Kennzahlen TIME_ELAPSED_PCT und CREDIT_CAPTURE_PCT arbeiten eng zusammen und spiegeln ein zentrales Options-Prinzip wider: Der Theta-Zerfall verläuft nicht linear. Eine Short-Option verliert in den ersten Wochen verhältnismäßig wenig Zeitwert — der größte Zerfall passiert in den letzten Tagen vor Verfall. Das folgende Diagramm illustriert diesen Verlauf und zeigt, wann ein Trade „nicht mehr arbeitet":
Viel Zeit verstrichen, aber kaum Prämie eingefangen — der Trade „arbeitet" nicht. Genau das erkennt die Vorlage Theta-Ineffizienz-Exit.
Strike-Distanz: Sicherheitsabstand im Blick behalten
Die Kennzahlen STRIKE_DISTANCE_PCT und STRIKE_DISTANCE_ABS messen, wie weit der aktuelle Kurs noch von deinem Strike entfernt ist. Je kleiner dieser Abstand, desto näher rückt die Option ans Geld — und desto größer wird das Risiko einer Zuweisung oder eines starken Delta-Anstiegs. Das zweite Diagramm zeigt dieses Szenario:
Je kleiner der Abstand zwischen Kurs und Strike, desto höher das Zuordnungsrisiko — gemessen als STRIKE_DISTANCE_PCT (relativ) oder STRIKE_DISTANCE_ABS (in Kurspunkten).
4.
🔗 AND-Conditions: Sharpening Rules
Eine Handlungsregel hat immer ein Hauptbein — die primäre Bedingung, die du als Erstes definierst. Darüber hinaus kannst du bis zu zwei Zusatzbeine hinzufügen, die per UND-Logik verknüpft werden. Das ergibt maximal drei Bedingungen pro Regel.
UND-Logik bedeutet: Alle Beine müssen gleichzeitig erfüllt sein. Erst wenn das Hauptbein und alle Zusatzbeine ihre Schwelle erreichen, meldet die Regel Handlungsbedarf. Solange auch nur ein einziges Bein unter seiner Schwelle liegt, bleibt die Regel stumm.
Laufzeit ≥ 50%
Prämie ≤ 25%
löst aus
Nur in der Schnittmenge beider Bedingungen meldet die Regel Handlungsbedarf — das eliminiert Fehlalarme.
Das Beispiel stammt aus der Vorlage Theta-Ineffizienz-Exit: „Halte Laufzeit vorbei" (TIME_ELAPSED_PCT ≥ 50) allein ist kein echtes Warnsignal — viele Positionen laufen einfach weiter und arbeiten gut. Erst die Kombination mit „kaum Prämie eingefangen" (CREDIT_CAPTURE_PCT ≤ 25) macht das Muster zu einem konkreten Problem: Die Position hat bereits mehr als die Hälfte ihrer Laufzeit verbraucht und trotzdem erst 25 % der möglichen Prämie realisiert. Das ist Theta-Ineffizienz in Reinkultur — jetzt lohnt sich ein genauerer Blick.
Fehlende Daten neutralisieren die ganze Regel
Kann eines der Beine keinen Wert berechnen — weil die nötige Kennzahl für diesen Trade nicht verfügbar ist —, wird die gesamte Regel für diesen Trade übersprungen. Sie löst weder aus noch meldet sie einen Fehler.
Ein typisches Beispiel: Eine Regel mit dem Zusatzbein TIME_ELAPSED_PCT wird auf ein Depot mit Aktien und Optionen angewendet. Aktien haben kein Verfallsdatum — TIME_ELAPSED_PCT liefert dort keinen Wert. Die Regel springt bei Aktien deshalb nicht an, auch wenn das Hauptbein seine Schwelle erreicht hätte. Für Optionen im selben Depot wird sie ganz normal ausgewertet.
Dieses Verhalten ist beabsichtigt: Du kannst Regeln mit optionsspezifischen Kennzahlen bedenkenlos in gemischten Depots anlegen — unpassende Instrumente werden ignoriert, ohne dass du separate Regeln brauchst.
1 Bein (nur Hauptbein): Die Regel löst aus, sobald die eine Bedingung erfüllt ist. Breit, aber manchmal zu rauschend.
2 Beine (Hauptbein + 1 Zusatzbein): Deutlich präziser — zwei Kriterien müssen gleichzeitig zutreffen.
3 Beine (Hauptbein + 2 Zusatzbeine): Maximum. Sehr gezielt — eignet sich für komplexe Szenarien, die sonst zu viele Fehlalarme erzeugen würden.
Als Faustregel gilt: Starte mit einem einzigen Bein und beobachte, wie häufig die Regel anschlägt. Wenn zu viele Fehlalarme auftreten, füge ein zweites Bein hinzu, das die Situation präziser eingrenzt. Drei Beine sind selten nötig — sie kommen in Frage, wenn du ein spezifisches Muster erkannt hast, das sich nur durch drei gleichzeitig erfüllte Bedingungen eindeutig beschreiben lässt.
5.
🎯 Scopes — Where a Rule Applies
Eine Handlungsregel überwacht nicht automatisch alle deine Trades — sie braucht einen Geltungsbereich, der festlegt, auf welche Positionen sie angewendet wird. Eine frisch aus dem Vorlagen-Katalog übernommene Regel hat zunächst keine Geltung und ist deshalb inaktiv: Sie prüft nichts und löst nichts aus, bis du ihr mindestens einen Bereich zugewiesen hast.
sTraderZ.com kennt sieben Geltungsbereiche — von sehr weit (alle offenen Trades) bis sehr eng (genau ein einzelner Zyklus):
Geltung
Bedeutung
Global
Gilt für alle offenen Trades über alle Konten und Instrumente hinweg. Ideal für universelle Regeln wie einen maximalen Gesamtverlust.
Asset-Klasse
Gilt nur für Trades eines bestimmten Instrument-Typs — z. B. ausschließlich Optionen, Aktien, Futures, Forex, CFDs, ETFs oder Kryptowährungen.
Symbol / Underlying
Gilt nur für Trades auf einem bestimmten Basiswert — z. B. nur Positionen auf SPY oder AAPL. Nützlich für Underlyings mit eigenem Risikoprofil.
Strategie
Gilt nur für Trades, die sTraderZ.com als eine bestimmte Strategie erkannt hat — z. B. nur Short-Put- oder Iron-Condor-Zyklen.
Tag
Gilt nur für Trades, denen du selbst einen bestimmten Tag vergeben hast — z. B. alle Positionen der Strategie „Claudia Jankewitz" oder einer eigenen Kampagne.
Konto
Gilt nur für Trades auf einem bestimmten Broker-Konto — praktisch, wenn du mehrere Konten mit unterschiedlichen Risikogrenzen führst.
Einzelner Zyklus
Gilt für genau einen Trade-Zyklus. So kannst du eine Regel maßgeschneidert für eine einzelne, besonders überwachungswürdige Position anlegen.
Vom Allgemeinen zum Speziellen — der Trichter
Denke die Geltungsbereiche als Trichter: Ganz oben greift die breiteste Regel (Global), weiter unten werden die Bereiche immer enger, bis hin zum einzelnen Zyklus. Je weiter oben du ansetzt, desto mehr Trades überwacht eine Regel — je weiter unten, desto gezielter.
🌐 Global — alle Trades
📦 Asset-Klasse
🔤 Symbol / Strategie / Tag
🎯 Einzelner Zyklus
Löst dieselbe Regel über mehrere Geltungen aus, zeigt der Handlungsbedarf den spezifischsten Treffer (Strategie > Tag > Asset > Global) — kein doppelter Alarm.
Eine Regel kann mehreren Geltungsbereichen gleichzeitig zugewiesen werden. Wenn du eine Verlust-Schwelle sowohl für alle Optionen (Asset-Klasse) als auch für ein bestimmtes Konto aktivierst, prüft sTraderZ.com beide Zuweisungen unabhängig. Trifft ein Trade auf mehr als eine aktive Zuweisung derselben Regel, gewinnt immer der spezifischste Treffer — so bleibt der Handlungsbedarf übersichtlich und du siehst keine doppelten Alarme für dieselbe Position.
6.
🚦 Severities & What Happens on Trigger
Jede Handlungsregel trägt einen Schweregrad, der beschreibt, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Drei Stufen stehen zur Verfügung — von einer stillen Information bis zum sofortigen Handlungsauftrag:
🔵Infozur Kenntnis
🟡Warnungbald handeln
🔴Dringendsofort prüfen
🔵 Info — zur Kenntnis nehmen: Die Schwelle ist erreicht, aber es besteht kein unmittelbarer Handlungsdruck. Nützlich für Beobachtungs-Regeln, die du im Auge behalten möchtest, ohne jedes Mal aktiv handeln zu müssen — zum Beispiel ein DTE-Zähler, der ab 30 Tagen vor Verfall aufleuchtet.
🟡 Warnung — bald handeln: Ein Muster wurde erkannt, das Aufmerksamkeit erfordert. Nicht sofort, aber in den nächsten Tagen solltest du die Position prüfen und entscheiden, ob du eingreifst. Typisch für Regeln wie den Theta-Ineffizienz-Exit oder eine Verlust-Schwelle bei 50 % der Prämie.
🔴 Dringend — sofort prüfen: Die Situation hat eine kritische Grenze überschritten. Prüfe die Position jetzt — Warten erhöht das Risiko. Geeignet für tiefe Verlust-Schwellen, stark gesunkene Strike-Distanzen oder Kombinationen aus mehreren schlechten Signalen gleichzeitig.
Was passiert, wenn eine Regel auslöst?
Treffer auf Optionspositionen landen im Cockpit auf deinem Dashboard, Bereich ⚡ Handeln — eine kompakte Übersicht aller offenen Regelauslösungen, sortiert nach Schweregrad. Das Cockpit zeigt dir auf einen Blick, welche Positionen gerade Aufmerksamkeit brauchen, ohne dass du jedes einzelne Trade-Detail durchsuchen musst (Sektion „🖥️ Das Cockpit auf dem Dashboard").
Zusätzlich kannst du in deinen Benachrichtigungs-Einstellungen festlegen, ob und für welche Schweregrade du aktiv benachrichtigt werden möchtest:
Push-Benachrichtigung — direkt auf dein Mobilgerät, sobald eine Regel auslöst. Besonders sinnvoll für 🔴-Dringend-Regeln, bei denen schnelles Reagieren wichtig ist.
E-Mail — eine tägliche oder sofortige Zusammenfassung aller neuen Treffer. Gut geeignet für 🟡-Warnungen, die du beim nächsten Check bündeln möchtest.
Nur im Cockpit — ohne aktive Benachrichtigung, nur sichtbar beim Öffnen der App. Gilt nur für Optionspositionen: Treffer auf Aktien, ETFs, Krypto und andere Positionen ohne Optionen zeigt das Cockpit derzeit gar nicht an, sie erreichen dich nur über Benachrichtigungen. Sinnvoll für 🔵-Info-Regeln, die du nicht störend finden möchtest.
Das Zusammenspiel aus Schweregrad und Benachrichtigungskanal ermöglicht dir eine abgestufte Reaktionskette: Nicht jede Schwellenberührung rechtfertigt eine sofortige Unterbrechung — aber wenn es darauf ankommt, sollte die Meldung auch wirklich ankommen.
7.
📚 The Template Catalog
Du musst Handlungsregeln nicht von Grund auf neu erfinden. Der Vorlagen-Katalog stellt eine wachsende Sammlung bewährter Regeln bereit, die sofort einsatzbereit sind — kuratiert nach Praxis-Erfahrung aus echten Trading-Szenarien.
17 Gruppen, eine Bibliothek
Der Katalog ist nach 17 Gruppen gruppiert: neun nach Asset-Klasse (Optionen, Wheel-Strategie, Iron Condor, Aktien, Futures, Forex, CFD, ETF, Krypto) und acht nach konkretem Options-Strategie-Typ (Credit Spread, Debit Spread, Covered-Familie, Single Short, Single Long, Ratio/Backspread, Kalender-/Diagonal-Spread, Volatilitäts-Strategien). So findest du schnell die Vorlagen, die zu deinen offenen Positionen passen. Zusätzlich kannst du nach Kategorie (z. B. Verlust-Management, Laufzeit-Kontrolle) und nach Asset filtern — damit bleibt der Katalog auch dann übersichtlich, wenn er weiter wächst.
Übernehmen — 1:1 in deine Bibliothek
Übernehmen kopiert eine Vorlage 1:1 in deine persönliche Regelbibliothek — inklusive aller UND-Zusatzbeine. Die Vorlage wird nicht verändert, sie bleibt für alle anderen Nutzer unberührt. In deiner Bibliothek kannst du die übernommene Regel anschließend nach Belieben anpassen: Schwellenwerte verändern, einen anderen Schweregrad wählen oder ein Zusatzbein entfernen. Die Vorlage im Katalog bleibt unverändert.
Nach dem Übernehmen hat die Regel zunächst keine Geltung — du weist ihr selbst zu, für welche Trades sie gelten soll (Sektion 5). Erst mit einer aktiven Zuweisung beginnt sie zu überwachen.
Viele Vorlagen sind mehrbedingt
Ein Großteil der Katalog-Vorlagen ist mehrbedingt — erkennbar an der · UND …-Formel auf der Vorlagenkarte. Diese UND-Beine sind bewusst gewählt: Sie reduzieren Fehlalarme, indem die Regel nur dann anschlägt, wenn mehrere schlechte Signale gleichzeitig vorliegen. Wenn du eine mehrbedingte Vorlage übernimmst, werden alle Beine übertragen — du kannst einzelne danach in der Bibliothek anpassen oder entfernen.
Drei Beispielvorlagen aus dem Katalog
⏳ Theta-Ineffizienz-Exit Optionen
Halbe Laufzeit vorbei, aber kaum Prämie eingefangen — Trade läuft nicht.
TIME_ELAPSED_PCT ≥ 50 · UND CREDIT_CAPTURE_PCT ≤ 25
🎯 Strike unter Druck Optionen
Kurs nähert sich dem Strike und die Zeit wird knapp.
STRIKE_DISTANCE_PCT ≤ 2 · UND DTE ≤ 21
📉 Zähe Verlustposition Aktien
Verlust läuft schon über 30 Tage — Trennung prüfen.
LOSS_PCT ≥ 10 · UND DAYS_IN_TRADE ≥ 30
Diese drei Vorlagen illustrieren das Muster des Katalogs: Jede Karte zeigt auf einen Blick, worum es geht (Überschrift), was das Problem ist (Beschreibung) und welche Formel dahintersteckt (Formelzeile). Gerade die mehrbedingte Formel macht transparent, warum die Regel so gebaut ist — und gibt dir die nötige Basis, um sie bei Bedarf auf dein eigenes Risikoprofil zuzuschneiden.
Vollständige Referenz — alle 107 Vorlagen
Die folgenden Tabellen listen jede Vorlage des Katalogs, gruppiert nach Asset-Klasse, mit exakter Formel, Kategorie und Schweregrad. Jede Vorlage hat einen eigenen Anker — klicke auf das 🔗 neben dem Namen, um einen Direktlink auf genau diese Regel zu kopieren.
Optionen (24)
Lebenszyklus von Stillhalter-/Long-Optionen — Profit-Taking, Theta-Effizienz, Strike-/Delta-Druck, Gamma-Risiko nahe Verfall.
Getesteter Put nahe Verfall — defensiv weiterrollen.
Iron Condor (Meissner) (4)
Systematisches Iron-Condor-Trading nach der Amy-Meissner-Methode — Anpassung am Short-Delta, Exit rund drei Wochen vor Verfall und feste Profit-/Loss-Grenzen am Credit.
Cash-Secured-Put-/Covered-Call-Familie außerhalb des Wheel-Kreislaufs — Prämien-Einnahme mit Aktienbindung. Absicherungen wie der Married Put stehen bewusst in einer eigenen Gruppe: sie zahlen Prämie, statt sie zu vereinnahmen.
Zuteilungsrisiko erkennen, sobald die Short-Seite ITM ist.
Absicherung (2)
Married Put und Protective Call — gekaufter Schutz für eine bestehende Aktienposition. Hier zählt nicht die Prämien-Ernte, sondern ob der Schutz noch steht.
Rollen/Schließen-Entscheidung bei 21 Tagen Restlaufzeit.
Long Volatilität (3)
Gekaufte Straddles und Strangles — die Wette lautet: die Vola steigt. Hier arbeitet der Zeitwertverfall gegen dich, und ein niedriger IV Rank ist Einstiegs-, nicht Ausstiegssignal. Deshalb eine eigene Gruppe statt gemeinsamer Regeln mit der Short-Seite.
Ab hier beschleunigt der Zeitwertverfall gegen die Long-Position.
Den vollständigen Katalog erreichst du über Handlungsregeln → Katalog in der Navigation. Neue Vorlagen werden laufend ergänzt — besonders wenn neue Asset-Klassen oder Broker-Funktionen hinzukommen.
8.
🛠️ Step by Step
Eine Handlungsregel ist in wenigen Minuten einsatzbereit. Die folgende Anleitung führt dich vom ersten Öffnen der Seite bis zur ersten aktiven Überwachung — wahlweise über eine fertige Vorlage aus dem Katalog oder eine eigene Regel von Grund auf.
Zwischen „Meine Regeln" und „Katalog" wechseln
Öffne die Seite Handlungsregeln über die Hauptnavigation. Oben siehst du zwei Tabs: Meine Regeln zeigt deine persönliche Regelbibliothek, Katalog öffnet die kuratierte Vorlagesammlung. Starte im Katalog, wenn du eine bewährte Grundlage suchst — oder wechsle direkt zu „Meine Regeln", wenn du weißt, was du brauchst.
Vorlage übernehmen oder eigene Regel anlegen
Im Katalog: Wähle eine passende Vorlage und klicke ✅ Übernehmen. Die Vorlage wird 1:1 — inklusive aller UND-Zusatzbeine — in deine Bibliothek kopiert. Du kannst sie danach beliebig anpassen, ohne die Vorlage zu verändern.
In Meine Regeln: Klicke auf ➕ Regel, um eine neue Regel direkt anzulegen. Vergib einen sprechenden Namen, wähle die Kennzahl und den Schwellenwert für das Hauptbein, und bestimme den Schweregrad.
Geltung zuweisen (Inline-+)
Eine frisch übernommene oder neu angelegte Regel hat zunächst keine Geltung und ist deshalb inaktiv — sie überwacht noch nichts. Klicke in der Regel-Zeile auf das +-Symbol, um ihr einen Geltungsbereich zuzuweisen: Global, Asset-Klasse, Symbol, Strategie, Tag, Konto oder einen einzelnen Zyklus. Erst nach dieser Zuweisung beginnt die Regel zu prüfen.
Empfohlene Aktion und Zusatzbeine ergänzen (optional)
Öffne die Regel per Klick auf den Namen, um sie zu bearbeiten. Unter Empfohlene Aktion kannst du einen Hinweis hinterlegen, was bei Auslösung sinnvoll ist — z. B. „schließen" oder „rollen". Über + Bedingung fügst du bis zu zwei UND-Zusatzbeine hinzu, um die Regel zu schärfen und Fehlalarme zu reduzieren. Beide Felder sind optional — eine Regel funktioniert auch ohne sie.
Regel per Schalter aktiv oder inaktiv setzen
In der Regel-Zeile findest du einen Ein-/Aus-Schalter. Solange er auf inaktiv steht, wird die Regel zwar gespeichert, aber nicht ausgewertet — nützlich, wenn du eine Regel vorbereiten, aber noch nicht scharf schalten möchtest. Stelle den Schalter auf aktiv, damit die Überwachung startet. Du kannst den Status jederzeit wieder ändern.
Tipp: Reihenfolge einhalten
Geltung zuweisen vor dem Aktivieren — ohne Geltung bleibt die Regel stumm, auch wenn der Schalter auf „aktiv" steht. Sobald Geltung und Schalter gesetzt sind, läuft die Überwachung ab dem nächsten Auswertungslauf.
9.
🔔 What Happens When a Rule Triggers
Wenn eine aktive Handlungsregel ihre Schwelle erreicht, durchläuft der Treffer einen klar definierten Lebenszyklus. Du entscheidest an jedem Schritt, wie du mit dem Signal umgehst — nichts passiert automatisch ohne dein Zutun.
Regel erfüllt
→
Cockpit · Handeln
→
Push / E-Mail (optional)
→
Du entscheidest
Die „empfohlene Aktion" ist ein Hinweis — es wird nichts automatisch ausgeführt.
Der Status-Lebenszyklus im Detail
Offen — neuer Treffer: Sobald der Auswertungslauf eine Bedingung als erfüllt erkennt, wird ein neues Treffer-Ereignis erzeugt. Der Status ist zunächst offen — das Signal liegt an, aber du hast es noch nicht gesehen. Ist die Position eine Option, erscheint im Cockpit (Bereich „⚡ Handeln") sofort ein neuer Eintrag, sortiert nach Schweregrad.
Bestätigt — du hast es gesehen: Sobald du den Eintrag im Widget öffnest oder explizit als gesehen markierst, wechselt der Status auf bestätigt. Das Signal bleibt sichtbar, bis du eine Entscheidung triffst.
Schlummern — kurz pausieren: Wenn die Situation bekannt ist, du aber noch nicht handeln möchtest, kannst du das Signal schlummern lassen. Es verschwindet für eine definierte Zeit aus dem Widget und taucht danach automatisch wieder auf — ein gezieltes Zurückstellen ohne Vergessen.
Ignoriert — bewusst abgehakt: Du hast die Situation bewertet und entschieden, dass kein Eingriff nötig ist. Das Signal wird als ignoriert markiert und verlässt das Cockpit. Es bleibt im Verlauf nachvollziehbar, zählt aber nicht mehr als offener Handlungsbedarf.
Erledigt — Aktion durchgeführt: Du hast die empfohlene oder eine eigene Aktion ausgeführt — Position geschlossen, gerollt oder angepasst. Markiere das Signal als erledigt, um es abzuschließen. Der Lebenszyklus ist damit vollständig.
Was die empfohlene Aktion bedeutet — und was nicht
Jede Handlungsregel kann eine empfohlene Aktion tragen: einen Hinweis wie „schließen", „rollen" oder „beobachten". Dieser Hinweis ist genau das — ein Vorschlag, keine Anweisung. sTraderZ.com führt keine Orders aus, gibt keine Befehle an deinen Broker weiter und trifft keine Entscheidungen in deinem Namen. Die Entscheidungshoheit liegt immer bei dir.
Das ist bewusst so gestaltet: Ein automatisch ausgelöster Schließ-Befehl kann in ungünstigen Marktphasen zu schlechten Ausführungspreisen führen, Steuerfolgen haben oder eine Strategie zerstören, die du unter anderen Umständen weitergeführt hättest. Die Regel warnt dich — du handelst, wenn und wie du es für richtig hältst.
Benachrichtigungen konfigurieren
In den Einstellungen kannst du pro Schweregrad festlegen, ob du eine Push-Benachrichtigung aufs Mobilgerät oder eine E-Mail erhalten möchtest. Für 🔴-Dringend-Regeln empfiehlt sich eine sofortige Benachrichtigung — für 🔵-Info-Regeln reicht oft ein stiller Eintrag im Widget.
10.
🖥️ The Cockpit on the Dashboard
Alle Treffer deiner Handlungsregeln laufen im Widget 🧭 Cockpit auf dem Dashboard zusammen. Es bündelt, was früher auf die beiden Widgets „Handlungsbedarf" und „Kapitalbedarf von Optionen" verteilt war, und ergänzt es um eine Historie, einen Zeitstrahl der nächsten zwei Wochen und das Klumpenrisiko deines Portfolios. So sieht es mit Beispieldaten aus (vereinfachte Nachbildung — die Werte sind fiktiv):
🧭 CockpitStand 07:42 · nach Broker-SyncBoardReiter
Das Cockpit liest sich von oben nach unten in drei Zonen. Die Kopfzeile nennt den Datenstand („Stand 07:42 · nach Broker-Sync") und trägt rechts den Ansichts-Umschalter.
1. Lage-Leiste. Vier gleich breite Felder fassen deinen Stand in je einer großen Zahl zusammen:
Feld
Große Zahl
Darunter
Handlungsdruck
0–100
Stufe (ruhig, normal, lebhaft, brennt), Wert von gestern und Ø 30 Tage — Details im Abschnitt „Handlungsdruck" weiter unten
💰 Kapital gebunden
Auslastung in %
freies Kapital in €
🔔 Woche
realisierter Saldo der letzten 7 Tage
Anzahl geschlossener Positionen, davon automatisch (verfallen, zugeteilt, ausgestoppt), neu eröffnete Positionen, Saldo 30 Tage
📉 Marktrisiko
Depot-Beta β
dein Szenario aus dem Hedge-Kalkulator (z. B. „Corona 2020 · −34 %"), Puffer am Tiefpunkt gegen dein Ziel, das Urteil als Statuspunkt und der Link „Hedge rechnen"
Das Depot-Beta ist das β-gewichtete Exposure geteilt durch den heutigen Liquidationswert — 1,0 heißt: Das Depot bewegt sich wie der S&P 500. Das Feld rechnet mit den Einstellungen, die du zuletzt im Hedge-Kalkulator verwendet hast (Szenario, Ziel-Puffer), und zeigt deshalb dieselbe Zahl wie dort; das Cockpit selbst ändert an diesen Einstellungen nichts. Es wird nach dem Seitenaufbau nachgeladen und berücksichtigt nur Konten, die der Hedge-Kalkulator rechnen kann (aktive Konten bei IBKR, Tastytrade und Schwab). Ohne Kontofilter nennt das Urteil das schwächste Konto. Enthält dein Tarif den Hedge-Kalkulator nicht, entfällt das Feld und die Leiste hat drei Felder.
2. Nächste 14 Tage. Ein Zeitstrahl über die volle Breite zeigt, was in den kommenden zwei Wochen ansteht: Verfälle offener Optionspositionen, Ex-Dividenden-Tage von Basiswerten, auf die du einen Short Call hältst, und das Ende zurückgestellter Treffer („Snooze endet"). Orange hervorgehoben sind Ex-Dividenden-Tage (immer) und Verfälle von Positionen, die im Geld liegen und in höchstens 7 Tagen auslaufen. Ein einzelnes Ereignis zeigt Position und Art, etwa „NVDA 115/120 P · Verfall"; mehrere Ereignisse am selben Tag werden zu einem Etikett mit bis zu drei Namen und „+ N weitere" zusammengefasst, etwa „SPY 540/550 P · QQQ 470 P · IWM 210 P · + 1 weitere". Den Wochentag zeigt die Achse; ein Klick auf ein Ereignis führt zur Position. Auf schmalen Bildschirmen ersetzt eine Liste den Strahl.
3. Fünf Bereiche. Darunter stehen die Bereiche als gleich hohe Spalten mit identischem Aufbau: Kopfzeile mit Zähler, die vier wichtigsten Zeilen und eine Fußzeile mit Zusatzinfo und dem Link „alle →". Was nicht mehr hineinpasst, steht als „+ N weitere" in der Fußzeile; ein leerer Bereich zeigt einen ruhigen Hinweis in derselben Höhe.
Bereich
Inhalt
Fußzeile
⚡ Handeln
Optionspositionen mit offenem Treffer — je Strategie eine Zeile mit Tipp-Satz und den Buttons ✅ ⏰ 🔕
„Tipps geben … frei": das Kapital, das die Tipps zusammen freigeben würden
🔔 Historie
in den letzten 7 Tagen geschlossene Positionen mit Grund und Ergebnis in €
Saldo
📈 Einstiege
offene Einstiegssignale der Signal-Engine: Strategie, Long/Short, CRV, Entry, Stop-Loss, Take-Profit, Alter
„+ N weitere"
💰 Kapital
gebundenes und freies Kapital gesamt und je Konto (Betrag, Hebel, Auslastung)
„Positionen & Hebel →"
🏗️ Portfolio
Klumpen über deiner Schwelle, je Zeile mit Beispiel-Positionen und Anteil
Schwelle
„Einstiege" erscheint nur, wenn dein Tarif die Signal-Engine enthält — sonst teilen sich die übrigen vier Bereiche die Breite. „Handeln" trägt einen orangen Rahmen, alle anderen Bereiche den neutralen.
Board oder Reiter. Voreingestellt ist das Board: alle Bereiche nebeneinander, auf schmalen Bildschirmen untereinander. Der Umschalter stellt sie wahlweise als Reiter dar (⚡ Handeln · 🔔 Historie · 📈 Einstiege · 💰 Kapital · 🏗️ Portfolio). Lage-Leiste und Zeitstrahl bleiben über den Reitern stehen. Im Reiter-Modus zeigt jeder Bereich seine volle Liste (ab 20 Einträgen portionsweise nachladbar), bei Kapital und Portfolio zusätzlich die komplette Detailansicht. Der Umschalter Ansicht: Board · Reiter in der Kopfzeile wechselt den Modus, und dein Browser merkt sich die Wahl. Ganz rechts daneben klappt ein Pfeil das Cockpit zu, wenn du auf dem Dashboard Platz brauchst — auch das bleibt gespeichert. „Auto" entscheidet nach der verfügbaren Breite — nützlich auf dem Handy, wo das Board alle fünf Bereiche untereinander stellt.
Direktlinks. Jeder Reiter hat eine eigene Adresse: #cockpit=handeln, #cockpit=historie, #cockpit=einstiege, #cockpit=kapital oder #cockpit=portfolio am Ende der Dashboard-Adresse öffnet das Cockpit direkt im passenden Reiter, ohne deine gespeicherte Ansichts-Wahl zu ändern. Die Links „alle →" nutzen genau diese Adressen.
Kontofilter und Zeitreise. Das Cockpit folgt dem Kontofilter des Dashboards: Mit gewähltem Konto zeigen alle Bereiche, der Zeitstrahl und die Lage-Leiste nur dieses Konto, ohne Filter alle deine Konten. Konten im Tresor-Modus und archivierte Konten erscheinen im Cockpit nicht. In der Zeitreise (Dashboard mit einem Datum in der Vergangenheit) zeigt das Cockpit weiterhin den heutigen Stand und sagt das in der Kopfzeile: „Stand heute — Zeitreise gilt nicht für das Cockpit".
⚡ Handeln: Treffer abarbeiten
„Handeln" ist der Nachfolger des früheren Handlungsbedarf-Widgets. Die Spalte zeigt Optionspositionen mit offenem Treffer, und zwar eine Zeile je Strategie, auch wenn mehrere Beine oder mehrere Regeln auslösen. Ein Bull Put Spread erscheint also einmal, mit beiden Strikes („Bull Put 120/115"), Restlaufzeit und Konto. Für die Zeile zählt der Treffer mit dem höchsten Schweregrad; sortiert ist nach Schweregrad (🔴 vor 🟡 vor ℹ️), bei Gleichstand der neueste zuerst.
Jede Zeile trägt einen Tipp-Satz, der sagt, was zu tun ist, zum Beispiel „→ Schließen: 62 % der Prämie sichern · gibt 3.650 € frei". Bei den Standardregeln (nächster Abschnitt) ist der Satz fest hinterlegt; bei eigenen Regeln bildet das Cockpit ihn neutral aus Kennzahl, gemessenem Wert und Schwelle. Gibt das Schließen Kapital frei, nennt der Tipp den Betrag — gerechnet wie im Bereich „Kapital", nicht mit einer eigenen Formel. Die Fußzeile summiert diese Beträge.
Die drei Buttons wirken wie gewohnt nur auf diesen einen Treffer, nie auf die Regel selbst:
Button
Bedeutung
Kommt der Eintrag wieder?
✅ Erledigt
Du hast den Treffer gesehen und dich gekümmert — Position geschlossen, gerollt, angepasst oder bewusst entschieden, nichts zu tun.
Nein — der Treffer ist abgeschlossen.
⏰ 7 Tage zurückstellen
Situation bekannt, aber jetzt ist nicht der Moment zu handeln. Der Eintrag verschwindet für 7 Tage; das Ende steht als „Snooze endet" im Zeitstrahl.
Ja — nach Ablauf der 7 Tage taucht er automatisch wieder auf, sofern er noch offen ist.
🔕 Ignorieren
Du hast die Lage bewertet und hältst keinen Eingriff für nötig.
Nein — dieser Treffer bleibt dauerhaft ausgeblendet.
Die Regel bleibt in jedem Fall aktiv: Verletzt ein anderer Trade dieselbe Schwelle, erscheint ein neuer Eintrag. Wer denselben Eintrag zum dritten Mal zurückstellt, schiebt meist eine Entscheidung vor sich her.
Was nicht in „Handeln" steht. Treffer auf Aktien, ETFs und andere Positionen ohne Optionen zeigt das Cockpit nicht an. Sie erreichen dich weiterhin über die Benachrichtigungen, sofern du welche eingerichtet hast (Sektion „🔔 Was beim Auslösen passiert"). Einstiegssignale der Signal-Engine haben ihren eigenen Bereich „📈 Einstiege".
🧩 Standardregeln: ab dem ersten Tag dabei
Damit das Cockpit nicht stumm bleibt, nur weil du noch keine Regel eingerichtet hast, legt sTraderZ.com acht Standardregeln für Optionsstrategien selbst an — beim nächsten Auswertungslauf, sobald du offene Optionspositionen hast. In der Regelverwaltung tragen sie das Kennzeichen „Standard" und lassen sich wie jede andere Regel bearbeiten. Sie gelten über den Geltungsbereich Strategie-Typ für die Strategien in der Tabelle; die Formeln sind dieselben wie im Vorlagen-Katalog (Sektion „📚 Der Vorlagen-Katalog", Gruppe Optionen).
Regel
Bedingung / Formel
Schweregrad
gilt für
Gewinn mitnehmen (50 %)
STRATEGY_CREDIT_CAPTURE_PCT ≥ 50
🟡 Warnung
Short Put, Cash-Secured Put, Covered Call, Bull Put Spread, Bear Call Spread, Iron Condor
Short-Strike nähert sich
SHORT_STRIKE_BUFFER_PCT 1,0–3,0
🟡 Warnung
Bull Put Spread, Bear Call Spread, Cash-Secured Put, Short Put, Iron Condor
Short-Strike kritisch nah
SHORT_STRIKE_BUFFER_PCT 0–1,0
🔴 Dringend
wie oben
Short-Bein im Geld
SHORT_LEG_ITM = 1
🔴 Dringend
wie oben
21 Tage bis Verfall
DTE ≤ 21 · UND STRATEGY_CREDIT_CAPTURE_PCT ≤ 49,99
ℹ️ Info
Short Put, Cash-Secured Put, Covered Call, Bull Put Spread, Bear Call Spread, Iron Condor, Short Call
Verlust 150 % der Prämie
STRATEGY_LOSS_PCT 150–199,99
🟡 Warnung
Bull Put Spread, Bear Call Spread, Short Put, Short Call, Iron Condor
Verlust 200 % der Prämie
STRATEGY_LOSS_PCT ≥ 200
🔴 Dringend
wie Verlust 150 %
Ex-Dividende bei Short-Call im Geld
EX_DIV_DAYS ≤ 5 · UND ITM_STATUS = 1
🟡 Warnung
Covered Call, Short Call
Die STRATEGY_*-Kennzahlen bewerten die ganze Strategie über alle Beine: verdiente Prämie bzw. Verlust in Prozent der eingenommenen Prämie. SHORT_STRIKE_BUFFER_PCT misst den Abstand des Kurses zum Short-Strike auf der sicheren Seite in Prozent, SHORT_LEG_ITM meldet ein Short-Bein im Geld. Ein Treffer hängt am Short-Bein, denn dort liegt das Risiko.
Keine Benachrichtigungs-Lawine beim Start. Treffer, die beim ersten Anlegen sofort entstehen, landen ganz normal in „Handeln". Push, E-Mail oder Telegram verschickt eine Standardregel bei ihrem allerersten Lauf aber nicht.
Deine eigene Regel gewinnt. Hast du schon eine aktive eigene Regel mit gleichwertiger Kennzahl — etwa eine Gewinnmitnahme über PROFIT_PCT oder CREDIT_CAPTURE_PCT, einen Verlust-Stopp über LOSS_PCT oder eine Strike-Abstands-Regel —, die global, für alle Optionen oder für mindestens einen Strategietyp der Standardregel gilt, wird die Standardregel gar nicht erst angelegt. Eine einzige Überschneidung genügt: Die Standardregel entfällt dann komplett, auch für die übrigen Strategietypen.
Abschalten ist dauerhaft. Deaktivierst oder löschst du eine Standardregel, legt sTraderZ.com sie nie wieder automatisch an. Eine deaktivierte Regel kannst du jederzeit selbst wieder aktivieren; eine gelöschte übernimmst du bei Bedarf neu aus dem Vorlagen-Katalog.
🌡️ Handlungsdruck: wie viel gerade zu tun ist
Die Zahl im ersten Feld der Lage-Leiste fasst zusammen, wie viel Arbeit gerade ansteht. Sie wird ausschließlich aus „Handeln" und nahen Verfällen gespeist:
Handlungsdruck = min(100, 16 × dringend + 8 × Warnung + 10 × Verfall im Geld in ≤ 7 Tagen + 3 × Verfall aus dem Geld in ≤ 3 Tagen)
Gezählt wird je Strategie einmal, mit ihrem höchsten Schweregrad. ℹ️-Treffer zählen nicht mit.
Verfälle zählen ebenfalls je Strategie einmal: im Geld, wenn sie in höchstens 7 Tagen auslaufen, aus dem Geld erst in den letzten 3 Tagen.
Einstiege und Portfolio zählen bewusst nicht. Ein neues Signal ist eine Gelegenheit und ein Klumpen eine Lage — beides ist kein Auftrag, sofort einzugreifen.
Wert
Stufe
0–24
ruhig
25–54
normal
55–79
lebhaft
80–100
brennt
Beispiel: zwei dringende Strategien, zwei mit Warnung und ein Verfall im Geld in dieser Woche ergeben 2 × 16 + 2 × 8 + 10 = 58 — lebhaft. Ohne Optionspositionen bleibt der Wert bei 0.
Vergleich mit gestern. Einmal am Tag wird dein Handlungsdruck über alle Konten gespeichert; daraus stammen „gestern" und „Ø 30 Tage" samt der blassen Markierung „gestern" auf der Leiste. Mit gesetztem Kontofilter rechnet das Cockpit den aktuellen Wert nur für dieses Konto und lässt den Vergleich weg, denn der gespeicherte Wert hat eine andere Basis. Gibt es noch keinen gespeicherten Wert, entfällt der Vergleich ebenfalls.
🔔 Historie: warum eine Position geschlossen ist
Die Historie listet die in den letzten 7 Tagen geschlossenen Positionen, neueste zuerst. Im Reiter lässt sich der Zeitraum oben rechts auf 7, 14, 30, 60 oder 90 Tage stellen; die Liste und der Saldo darunter werden nachgeladen, dein Browser merkt sich die Wahl. Die Lage-Leiste oben bleibt dabei auf der Woche. Mehrbein-Strategien stehen als eine Zeile mit summiertem Ergebnis. Den Grund leitet das Cockpit aus den Daten deines Brokers ab:
Grund
Woran das Cockpit ihn erkennt
Verfallen
Der Broker meldet beim Schließen einen Verfall — oder die Option ist ohne Schließ-Trade abgelaufen und wurde von sTraderZ.com am Verfallstag geschlossen.
Zugeteilt
Der Broker meldet eine Zuteilung oder Ausübung.
Ausgestoppt
Die Schließ-Order war eine Stop- oder Trailing-Stop-Order.
Manuell geschlossen
Die Position wurde in sTraderZ.com von Hand angelegt oder bearbeitet.
Per Order geschlossen
Alle übrigen Schließungen mit bekanntem Ordertyp, etwa Limit oder Market.
Geschlossen
Der Broker liefert keine Angaben zum Grund — das Cockpit rät dann nicht.
Bei einer Strategie mit mehreren Beinen gewinnt der aussagekräftigste Grund (Zugeteilt vor Ausgestoppt vor Verfallen vor Per Order vor Manuell vor Geschlossen). „Automatisch" im Feld „🔔 Woche" zählt die Gründe Verfallen, Zugeteilt und Ausgestoppt.
🏗️ Portfolio: Klumpen ohne Alarmfarbe
Der Bereich Portfolio zeigt Klumpen — Anteile deines Kapitals, die am selben Faktor hängen (ein einzelner Wert, eine Branche, eine Währung …), sobald sie deine Schwelle überschreiten. Sie steht standardmäßig bei 6 % und lässt sich im Reiter Portfolio einstellen oder ausschalten. Die Zeilen sind nach Anteil sortiert, der größte zuerst; ein Klick öffnet die Detailansicht mit den beitragenden Positionen. Klumpen tragen bewusst keine Dringlichkeitsfarbe und fließen nicht in den Handlungsdruck ein.
Euro ist kein Währungsklumpen. Die Klumpenrechnung läuft in Euro. Kapital in Euro ist für dich kein Währungsrisiko und erscheint deshalb nie als Klumpen „EUR" — auch nicht als Euro-Seite eines Devisenpaars: Ein EUR.USD-Long zählt schlicht als Short-Position in USD.
Branchenklumpen sagen nur, was sie messen: Mehrere Werte einer Branche bewegen sich oft gemeinsam und sind eher eine Wette als viele.
Wie gut übersteht dein Depot einen Crash? Das beantwortet nicht die Klumpenliste, sondern das Feld „📉 Marktrisiko" in der Lage-Leiste. Sein Link „Hedge rechnen" öffnet den Hedge-Kalkulator mit deinem Szenario.
💰 Kapital
Der Bereich Kapital übernimmt das frühere Widget „Kapitalbedarf von Optionen" vollständig. Die Spalte im Board zeigt die Zusammenfassung — gesamt und je Konto mit Betrag, Hebel und Auslastung. „Positionen & Hebel →" öffnet den Reiter Kapital mit Statusleiste, ⚙️-Hebel-Regler, Kontokarten, Tag-Block und Positionstabelle. Wie die Zahl entsteht, erklärt das Kapitel „Kapitalbedarf von Optionen".
Zwei Stolpersteine
1. „Nichts zu tun" heißt nicht automatisch: alles ist gut. Ein leeres „Handeln" bedeutet nur, dass keine aktive Regel einen offenen Treffer auf einer Optionsposition hat. Die Standardregeln decken die gängigen Stillhalter-Strategien ab, mehr nicht. Hast du sie abgeschaltet oder handelst du andere Strategien, ist das Cockpit nur so wachsam wie die Regeln, die du selbst angelegt hast — der Vorlagen-Katalog (Sektion „📚 Der Vorlagen-Katalog" oben) liefert erprobte Startpunkte.
2. Handlungsdruck ist kein Risikomaß. Ein hoher Wert heißt: Es ist viel zu tun. Er sagt nichts darüber, wie viel du verlieren kannst. Für das Risiko sind das Feld „📉 Marktrisiko" und der Bereich Portfolio zuständig.